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Sep Ruf Gesellschaft

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Sep Ruf Gesellschaft e. V. (SRG)
Seprufgesellschaft.jpg
Zweck Förderung der Architektur- und Designgeschichte, Denkmalschutz und Kulturgeschichte
Vorsitz: Uwe Kiessler (Vorsitzender)
Irene Meissner (Stellvertreterin)
Elisabeth Endres
Dietrich Fink
Alexander Fthenakis
Walter Hagemeier (Schatzmeister)
Burkhard Körner (Schriftführer)
Muck Petzet
Andreas Wolf Schulze
Christine Sohn
Gründungsdatum: 2016
Mitgliederzahl: 101 (Stand Januar 2021)
Sitz: München
Website: seprufgesellschaft.org

Die Sep Ruf Gesellschaft e. V. ist ein Verein mit Sitz in München.

Hintergrund

Sep Ruf vor dem Kanzlerbungalow in Bonn, links von ihm: Paul Baumgarten, rechts: Brigitte Eiermann, 13. Februar 1965, Foto: Ludwig Thomeier
Neue Maxburg München, Blick in den Innenhof, Foto: Josef Grillmeier

Sep Ruf (1908–1982) gehört zu den großen deutschen Architekten der Nachkriegszeit. Diese architekturgeschichtliche Bedeutung will die Sep Ruf Gesellschaft einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln und sich für den Erhalt seiner Bauten einsetzen.

Zum 100. Geburtstag von Sep Ruf fand am 9. März 2008 in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München eine Matinee statt und in einer großen Ausstellung im Architekturmuseum der Technischen Universität München mit begleitendem Katalog wurde erstmals das Werk von Ruf umfassend gewürdigt. Aus diesen Veranstaltungen entwickelte sich eine weitere vertiefte Auseinandersetzung mit Rufs Arbeiten.

Internationale Anerkennung fanden der zusammen mit Egon Eiermann geschaffene deutsche Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 sowie Rufs 1964 fertiggestellter Kanzlerbungalow in Bonn, der erste moderne Wohnsitz eines demokratischen Staatsoberhaupts. In Bayern wurde Sep Ruf während seiner Hauptschaffenszeit von konservativen Kräften angegriffen, diffamiert und publizistisch nicht seiner Bedeutung und Leistung entsprechend gewürdigt. Deshalb blieb beispielsweise ein Hauptwerk der deutschen Nachkriegsarchitektur, die 1954 fertiggestellte Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, nahezu unbekannt. Auch die von Ruf in den Jahren 1952–1957 errichtete neue Maxburg in München, ein einzigartiges Beispiel für eine moderne Architektur, die über den erhaltenen Turm des Vorgängerbaus, dessen Proportionen aufgenommen werden, kongenial mit der Historie verknüpft ist – von Nikolaus Pevsner im Lexikon der Weltarchitektur als einziges deutsches Beispiel des Wiederaufbaus gewürdigt – wurde auf Grund von Bauschäden in München diskreditiert.

2016 haben sich Architekten und Denkmalpfleger zusammengeschlossen und die Sep Ruf Gesellschaft gegründet, um an den bedeutenden Architekten der deutschen Nachkriegszeit zu erinnern und seine Ideen an die nächste Generation zu vermitteln.

Nachkriegsmoderne

„Irgendwann, wenn wir genügend Abstand zu unserer Nachkriegszeit haben und fähig sind, ohne Wut Bilanz zu ziehen über die Architektur der Bundesrepublik, werden wir den exemplarischen Rang des Architekten Sep Ruf in der Wiederaufbauzeit erkennen.“ Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung, 30. Juli 1982

Die leichten und transparenten Bauten von Sep Ruf, die in Analogie zu Demokratie und offener Gesellschaft standen, prägten die deutsche Nachkriegsarchitektur. Mit einer konsequent auf eine moderne Gestaltung ausgerichteten Haltung lieferte Ruf Vorbilder für die architektonische Erscheinung der jungen Bundesrepublik. Als Mitglied in wichtigen Bau- und Kunstkommissionen hatte er großen Anteil, dass Deutschland auch kulturell wieder zu Ansehen gelangte.

Ziele

Die Sep Ruf Gesellschaft e. V. setzt sich für die Erforschung, Bewahrung und Verbreitung des Werks von Sep Ruf ein. Mit Vorträgen, Veranstaltungen und einer Folge von Veröffentlichungen will die Gesellschaft dazu beitragen, dass die Leistung dieses großen Architekten in der breiten Öffentlichkeit die entsprechende Würdigung findet und seine Bauten gemäß ihrem Rang behandelt und bewahrt werden. Die Auslobung eines Preises ist geplant. Getragen wird die Gesellschaft von renommierten Kulturschaffenden, Mitglieder des Kuratoriums sind der Architekturhistoriker Winfried Nerdinger und der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege Mathias Pfeil.

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