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Sabbat

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Schabbat-Kerzen

Der Schabbat (hebräisch: שַבָּת [ʃaˈbat], Plural: שַבָּתוֹת [ʃabaˈtɔt] Schabbatot, im Christentum auch eingedeutscht Sabbat) ist im Judentum der siebte Wochentag, ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Seine Einhaltung ist eines der Zehn Gebote (Ex 20,8 EU; Dtn 5,12 EU). Er beginnt am Vorabend und dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag, denn im jüdischen Kalender dauert der Tag vom Vorabend bis zum Abend des Tages – nicht von 0 bis 24 Uhr. Dies ist abgeleitet aus dem 1. Buch Mose, hebräisch בְּרֵאשִׁית Bereschit, altgriechisch Γένεσις Génesis genannt: „und es war Abend und es war Morgen, ein Tag“. Der abendliche Beginn wird mit dem Wort Erev (hebräisch ערב „Abend“) bezeichnet. Der Schabbat trägt schon im Tanach einen eigenen Namen, während die übrigen Wochentage im jüdischen Kalender bis heute mit ihren Ordinalzahlen benannt werden. Juden wünschen sich einen friedvollen Schabbat mit der Grußformel שַבָּת שָׁלוֹם Schabbat Schalom.

Die traditionelle jüdische Schabbatfeier beginnt am Freitagabend zu Hause mit dem Schabbatsegen (Kiddusch) und einem Festmahl. Der Abend beginnt, „wenn man einen grauen Wollfaden nicht mehr von einem blauen unterscheiden kann“. Im vereinfachten Zeitmaß beginnt der jüdische Tag unabhängig vom Sonnenuntergang um 18:00 Uhr am Vorabend. Am Samstagmorgen findet in der Synagoge ein Gottesdienst mit Toralesungen und Gebeten statt, einschließlich einer festlichen Tora-Prozession. Daheim folgen mittags weitere Schriftlesungen und das Mincha-Gebet, abends beim Schein der Hawdala-Kerze nochmals ein Weinsegen und der gegenseitige Wunsch für eine „Gute Woche“. Die Schabbatot werden nach den Textabschnitten aus der Tora (Paraschot) bezeichnet, die wöchentlich in der Synagoge verlesen werden. Auch soll der Tag dadurch gekennzeichnet werden, dass an ihm drei Mahlzeiten eingenommen werden – eine am Freitagabend, zwei am Samstag – was vor allem für die ärmeren Menschen früherer Zeiten Üppigkeit bedeutete. So wird auch darauf geachtet, am Schabbat besonders gut und festlich zu essen. Insgesamt führen diese strengen Schabbatgesetze, falls sie eingehalten werden, durch das Wegfallen jeglicher Arbeit, aber auch klassischer Freizeitbeschäftigungen dazu, dass der Tag viel Zeit für Familie, Freunde und spirituelle Betätigung lässt.

Orthodoxe Juden verrichten am Schabbat keine Tätigkeiten, die gemäß der Halacha als Arbeit (hebräisch מלאכה Melacha) definiert sind. Die 39 Melachot hebräisch ל״ט אבות מלאכה lamed tet avot melacha (39 Arten der Arbeit) beziehen sich ursprünglich auf die Tätigkeiten, welche zur Konstruktion des Mischkan, des Stiftszeltes (אֹהֶל מוֹעֵד ohel mō'ēd), welches die Juden auf ihrer Wüstenwanderung mit sich führten, notwendig waren. Die Melachot sind zu allgemeinen Prinzipien geworden, die auf alle Lebensbereiche angewendet werden. Daraus resultiert beispielsweise das Verbot des Feuerentzündens, was die Bedienung jeglicher elektrischer Gerät beinhaltet, oder das Verbot des Tragens von Gegenständen[1] (vgl. auch Muktza). Konservative Juden befolgen einige halachische Schabbatgebote weniger streng. Reformierte, liberale und progressive Juden beachten hauptsächlich ethische Gebote und überlassen die Befolgung ritueller Vorschriften der individuellen Verantwortung. Die Rekonstruktionisten tun das auch, legen aber größeren Wert auf die Traditionen.

Im Christentum entstand die Feier des Sonntags aus dem jüdischen Schabbat. Dabei wurde der wöchentliche Ruhetag auf den „ersten Tag der Woche“ gelegt, an dem laut Mk 16,2 EU die Auferstehung Jesu Christi geschah. Das aus dem Abendmahl Jesu hervorgegangene Brotbrechen in der Jerusalemer Urgemeinde (Apg 2,42 EU) war an das jüdische Schabbat- und Sedermahl angelehnt. Die Urchristen hielten die Schabbatruhe neben ihrer Sonntagsfeier ein, ebenso viele spätere Judenchristen und manche Heidenchristen (bis etwa 400). Einige christliche Glaubensgemeinschaften halten den Schabbat bis heute. So wird der Sabbat von den Siebenten-Tags-Adventisten, einer protestantische Freikirche, begangen und dort auch beschrieben. Anders als nach der christlichen Kapiteleinteilung, wo hier ein neues Kapitel beginnt, womit der Abschluss des Schöpfungsakts bezeichnet ist, integriert die jüdische Texteinteilung nach Leseinheiten bei der Toravorlesung den Schöpfungsakt und feiert ihn als dessen Höhepunkt.

Im Islam lehnt sich das Freitagsgebet lose (keine allgemeine Arbeitsruhe) an die Schabbatfeier an.

Erev Schabbat – Schabbatanfang – nach dem gleichnamigen Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim. Die Gartenlaube 1867

Begriff, Aussprache und Herkunft

Die aschkenasisch-hebräische Aussprache lautet Schabbos [ˈʃabos, ʃaˈbos], im Jiddischen: Schabbes [ˈʃabəs]; wörtlich übersetzt „Ruhetag, Ruhepause“, von hebräisch שָׁבַת [ʃaˈvat] „aufhören, ruhen“. In Verbindung mit Objekten nimmt es die Bedeutung „(mit etwas) aufhören, (von etwas) ruhen“ sowie „feiern“ an. Kausativ kann es auch „aufhören lassen“ bedeuten. Das artikellose Nomen שבת ist weiblich, steht ursprünglich für eine festgelegte Ruhezeit und kann auch auf jüdische Jahresfeste bezogen sein.[2]

Der eingedeutschte Begriff Sabbat kommt über lateinische Vermittlung (sabbatum, sabbata) vom altgriechischen Lehnwort σάββατον sabbaton, das 68-mal im griechischen Neuen Testament vorkommt. Damit gehört es zu den Gräzismen. Es ist außerbiblisch erstmals auf einem Ostrakon von 630 v. Chr. belegt: Dort zählt ein Erntearbeiter die Arbeiten auf, die er „vor der Ruhezeit“ erledigt habe.

Verbunden mit ה יום [ha-ˈjoːm] („der Tag“) bezeichnet Schabbat im Tanach regulär den siebten Wochentag und wurde allmählich zu dessen Eigennamen, sichtbar etwa im Vergleich der Parallelstellen Lev 24,8 und 1Chr 9,32. Das Nomen שבת [ʃaˈbat] beziehungsweise (σάββατον sabbaton) bezeichnet immer den mit einem strengen Arbeitsverbot belegten regulären Ruhetag.[3] Wenn das Wort im Griechischen im Singular steht (σάββατον sabbaton, Genitiv: σαββάτου sabbatou), bedeutet es „Sabbat“ und meint damit den siebten Tag der jüdischen Woche; Beispiele: Mk 1,21; 2,23; 6,2; Apg 13,14; 15,21; und viele weitere. Wenn das Wort im Plural steht (σάββατα sabbata, Genitiv: σαββάτων sabbatōn), bedeutet es normalerweise „Woche“, also die Zeit zwischen (zwei) Sabbaten; Beispiele: Mt 28,1 (2. Vorkommen); Mk 16,2; Joh 20,1.19; Apg 20,7. Als Lehnwort wurde es wahrscheinlich ursprünglich nicht mit stimmhaftem S, sondern mit [ʃ] ausgesprochen (in moderner Umschrift etwa „šabbāton“, siehe Š). Dem entspricht deutsch Schabbat (siehe auch hebräische Transkription für שַ).

Die Wortwurzel ist mit den akkadischen Wörtern sibbitim für „(der, die) siebte“ oder

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