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Gunnar Heinsohn

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Gunnar Heinsohn (Herbst 2013)

Gunnar Heinsohn (* 21. November 1943 in Gotenhafen) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe, emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen und freier Publizist. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch umstrittene Thesen zur Bevölkerungspolitik, Demographie und Chronologiekritik bekannt.

Leben

Heinsohn ist der dritte Sohn des U-Boot-Kommandanten Heinrich 'Henry' Heinsohn (1910–1943) und Roswitha Heinsohns, geb. Maurer (1917–1992). Heinrich Heinsohn war in Gdingen (damals eingedeutscht "Gotenhafen") stationiert und kam noch vor Gunnars Geburt bei der Versenkung seines U-Bootes U 438 ums Leben.[1] Im Juni 1944 kam die Familie nach Blankenhagen in Pommern. Im Januar 1945 folgte die Flucht nach Schashagen, 1950 zog die Familie dann nach Pützchen bei Bonn.

Heinsohn studierte ab 1964 an der Freien Universität Berlin einige Semester Jura, danach Publizistik, Soziologie, Psychologie, Geschichte, Wirtschaftswissenschaft und Religionswissenschaft. 1971 erlangte er sein Diplom in Soziologie mit einer Arbeit über Vorschulerziehung und Kapitalismus und wurde 1974 mit summa cum laude mit einer Dissertation über Vorschulerziehung in der bürgerlichen Gesellschaft: Geschichte, Funktion, aktuelle Lage promoviert.

Von 1973 bis 2009 lehrte er an der Universität Bremen Sozialpädagogik. Von Oktober 1976 bis März 1978 ließ er sich für einen Forschungsaufenthalt in den israelischen Kibbuzim (Adamit, Hasorea und Yahel) beurlauben.

1982 wurde Heinsohn zum zweiten Mal mit dem besten Prädikat promoviert, diesmal in Wirtschaftswissenschaften, seine Dissertation befasst sich mit dem Kibbutz-Modell: Bestandsaufnahme einer alternativen Wirtschafts- und Lebensform nach 7 Jahrzehnten.

Von 1982 bis 1993 verbrachte er jährlich mehrere Monate in Toronto, um dort im Lesesaal der Robarts Research Library an seinen Projekten zu arbeiten.

1984 wurde Heinsohn als Professor für Sozialpädagogik an die Universität Bremen berufen.

Ab 1993 war er Sprecher des von ihm gegründeten Instituts für vergleichende Völkermordforschung (Raphael-Lemkin-Institut für Xenophobie- und Genozidforschung).[2]

Heinsohn lehrt Eigentumsökonomie in den Masterkursen am Managementzentrum St. Gallen und am Institut für Finanzdienstleistungen Zug, einem der fünf Institute der Hochschule Luzern, sowie Kriegsdemographie an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und am NATO Defense College.

Er publiziert Beiträge in verschiedenen Zeitungen, in FAZ, ZEIT, Schweizer Monat, dazu auch in Onlinemedien, zum Beispiel auf der Website Achse des Guten.[3]

Arbeitsfelder und Rezeption

Mehrere der vielen Monografien Heinsohns stießen in den Massenmedien auf starke Resonanz. So wurde Warum Auschwitz? im Februar 1995 unter den Sachbüchern des Monats von der Süddeutschen Zeitung und vom NDR auf den dritten Platz gewählt; Die Erschaffung der Götter kam 1997 auf den ersten Platz der Bestenliste der Gegenwart.[4] Von den Fachwissenschaften wurden Heinsohns Publikationen zumeist kritisch bis ablehnend zur Kenntnis genommen oder ignoriert. Dies galt teilweise für sein ökonomisches Werk, besonders aber für seine Untersuchung zum Verhältnis von Hexenverfolgung und Demographie (Die Vernichtung der weisen Frauen, 1985, insgesamt 14 Auflagen), oder für seine Infragestellung verschiedener Chronologien (Wann lebten die Pharaonen?, 1990).

Ökonomie

Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft, 1984

Die Werke zur Ökonomie publizierte Heinsohn meist gemeinsam mit Otto Steiger. In ihrem Werk Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike (1984) kritisieren die Autoren die "herrschende Lehre" (nach Carl Mengers Österreichischer Schule), dass es sich schon in den antiken Wirtschaften um arbeitsteilige Marktwirtschaften gehandelt habe, in denen Geld als universelles Tauschmittel für den Austausch von Gütern eingesetzt wurde. Dieses Geld sei dann auch für den Landkauf eingesetzt worden, wodurch das Privateigentum entstanden sei.

Nach Heinsohns und Steigers debitistischer Auffassung war im Gegensatz dazu das Privateigentum an Land Grundlage der Geldwirtschaft der Antike. Durch Eigentumstitel lässt sich Grundeigentum belasten, verpfänden und verkaufen. Dieses neue rechtliche Eigentum, unterschieden vom tatsächlichen Besitz, sei historisch erstmals im Zuge der Sklavenaufstände der Antike beim Untergang von Mykene entstanden. Wirtschaftliche Beziehungen, die Geld notwendig machten (übertragbare Schuldscheine) seien in der Folge nicht durch Tauschakte, sondern durch Verpfändung von Eigentum gegen Zins entstanden. Die Vertragsverhältnisse zwischen Gläubigern und Schuldnern benötigen Geld und Zins als Mittel.

Geld im Sinne von Schuldscheinen wird demnach nicht als Tauschmittel gesehen, sondern als Ausdruck eines Eigentumsanspruchs: Der Besitz von Geld stelle auch heute noch eine Forderung nach der Rückgabe oder den Erhalt von Gütern dar, obwohl der Anspruch selbst nicht durch Werthaltigkeit des Geldes oder ein bestehendes Gut gedeckt sein muss, sondern lediglich aus dem abstrakten, gedachten und geglaubten Eigentumstitel im Vermögen der Emissionsbank entstehen kann. Dieser Anspruch auf Eigentum werde von der emittierenden Bank vergeben, ohne dass die Bank selbst einen Gegenwert dazu besitzen noch weitergeben müsse. Diese vergebenen Ansprüche würden zum Vermögen der Bank gerechnet, das sie für weitere Kreditschöpfung nutzt.[5]

Eigentum, Zins und Geld, 1996

1996 legte Heinsohn gemeinsam mit Otto Steiger (1938–2008) den Band Eigentum, Zins und Geld vor, der zuletzt in achter Auflage 2018 herauskam. (Ergänzungsband 2002). Darin vertraten sie die These, Geld entstehe, „sobald ein Eigentümer Ansprüche gegen sein Eigentum einem anderen Eigentümer kreditiert, wofür dieser Zins und Tilgung verspricht sowie einen Teil seines Eigentums verpfändet.“

Geldschöpfung aus dem Nichts bezeichneten die Autoren als „Willkürgeld“. Nur belast- und verpfändbares Eigentum stelle eine verlässliche Basis für die Geld- wie für die Kreditschöpfung dar.[6]

Der Ökonom Bernd Senf kritisierte 1999, damit sei die Möglichkeit gegeben, von der Forderung nach Anbindung an Bodenbesitz abzuweichen, wenn auch mit gravierenden Folgen. „Man könnte diese Sicherung allenfalls als eine notwendige Bedingung für die Stabilität des Geldes formulieren, aber doch nicht als eine Beschreibung der Wirklichkeit.“[7]

Eigentumsökonomik, 2008

12 Jahre nach der Erstausgabe ihres Buches Eigentum, Zins und Geld erschien eine Neudarstellung ihrer Theorie der Eigentumsökonomik. Dieses Werk berücksichtigt die Debatten seit der Erstausgabe, an denen die Autoren mit vielen Aufsätzen teilgenommen hatten, die in zwei Sammelbänden gesammelt worden waren.

Rezeption der ökonomischen Theorie

Der Ökonom Christoph Deutschmann lobte Heinsohn und Steiger 1998 dafür, dass sie Geld als Thema ernst nehmen, das in der neoklassischen Theorie als bloßes Tauschmittel angesehen werde und daher keiner eigenen ökonomischen Betrachtung bedürfe. Gleichzeitig kritisiert er die zirkuläre Struktur des Arguments von Heinsohn und Steiger, der Zins sei eine Prämie auf das Eigentum, Eigentum sei gegen Zinsen belastbar und verpfändbar. Dies sei eine Tautologie.[8]

Der Finanzwissenschaftler Jürgen Backhaus bezeichnete 1999 Heinsohns und Steigers Annahmen als zutreffend und äußerte, dass sie in wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren eine Rolle spielen könnten. Gleichzeitig zeigte er sich durch ihren Anspruch irritiert, etwas Neues entdeckt zu haben: Ihre Eigentumstheorie finde sich bereits in den Werken mehrerer anderer Wissenschaftler, so bei Svetozar Pejovic und Harold Demsetz.[9]

Weitere kritische Auseinandersetzungen mit Heinsohns und Steigers Thesen finden sich 1998 bei Nikolaus K. A. Läufer,[10] in dem 1999 von Karl Betz und Tobias Roy herausgegebenen Sammelband,[11] in Veröffentlichungen des Geldmuseum der Deutschen Bundesbank[12] und 2012 bei Axel Paul.[13]

Im angelsächsischen Raum ist die Rezeption positiver: So basieren Kurse am Institute for Global Law and Policy der Harvard Law School auf Heinsohns und Steigers Eigentumsökonomie.[14] Ingo Sauer vermerkte 2015, dass angelsächsische Autoren, zuweilen ohne Kenntlichmachung der deutschsprachigen Diskussionen, die Betrachtungsweise von Heinsohn und Steiger adaptierten, wie etwa David Graeber, der die beiden Autoren in einer Fußnote nenne,[15] oder Felix Martin, der die beiden Autoren nicht zu kennen scheine.[16] Fredmund Malik lobte 2016 in einer Festschrift für Heinsohn, dass sein Ansatz „der praktischen Sichtweise der Unternehmen und insbesondere jener der Finanzchefs von Wirtschaftsunternehmen“ entspreche. Das Werk sei damit von „unschätzbar praktischem Wert für eine wirksame Führung, Steuerung und Gestaltung der Organisationen unserer Komplexitätsgesellschaft“.[17]

Kritik der Euroeinführung

Zwischen 1997 und 2003 kritisierten Heinsohn und Steiger in etwa dreißig Aufsätzen die Einführung des Euro, weil eine Einheitswährung nur bei gleicher Qualität der Eigenkapitale der nationalen Zentralbanken und bei identischen Sicherheitsanforderungen an das von ihnen akzeptierte Kollateral der Geschäftsbanken funktionieren könne. Beide Bedingungen seien unerfüllt geblieben.[18]

Genozidforschung

1993 gründete Heinsohn auf Empfehlung des französischen Historikers Léon Poliakov an der Universität Bremen Europas erstes Institut für vergleichende Völkermordanalyse. Dieses Raphael Lemkin Institut für Xenophobie- und Genozidforschung erlosch mit Heinsohns Pensionierung im Jahr 2009. 1997 setzte Klaus von Münchhausen am Lemkin-Institut die Entschädigung der unter dem Hitlerregime ausgebeuteten Zwangsarbeiter durch.[19]

1995 publizierte Heinsohn Warum Auschwitz? Hitlers Plan und die Ratlosigkeit der Nachwelt. Darin wandte er sich gegen die allgemein akzeptierte Unerklärbarkeit der Motive Adolf Hitlers bei der Judenvernichtung. Angesichts der von Hitler betriebenen Wiederherstellung eines „archaischen Rechts auf Infantizid“ (innenpolitisch) und der „Ausmordung von Lebensraum“ (außenpolitisch) identifizierte Heinsohn die – auch vom Christentum angenommene – jüdische Ethik der Lebensheiligkeit als entscheidendes Hindernis für Hitlers Weltmachtspolitik. Durch Auslöschung der Juden sollte diese Ethik ihren Träger verlieren, während Nichtjuden als „heilbar“ galten. 2013 begründete er diese These erneut in einem Band zu einer 2010 abgehaltenen Konferenz in Dresden.[20] Der Politikwissenschaftler Lothar Fritze kritisierte diese Erklärung, weil das Tötungsverbot des Dekalogs auf den Bereich des Volkes Israel begrenzt gewesen sei. Zum anderen sei die physische Ausrottung einer Gruppe ein ungeeignetes Mittel, um eine Idee zu bekämpfen, die auch außerhalb dieser Gruppe weite Verbreitung fand. Heinsohns Deutung, die Fritze jedoch auf Fakten und nicht auf das weltanschauliche Selbstverständnis des Nationalsozialismus bezieht, sei daher „für das Verständnis des Handelns der Täter nicht wirklich aufschlussreich“.[21]

1998 brachte Heinsohn das erste Lexikon der Völkermorde heraus.

1999 wurde er auf fünf Jahre in den Vorstand des neu gegründeten und bei Routledge erscheinenden Journal of Genocide Research berufen. Dort publizierte er den Essay What Makes the Holocaust a Uniquely Unique Genocide?[22] In einer Zusammenfassung am Ende des Routledge History of the Holocaust erwähnte Saul Friedländer 2010 Heinsohns Zeitschriftenaufsatz in einer Bemerkung so, „perhaps a more accessible explanation, at least of the guiding ideology“.[23]

Ermutigt vom Staatsminister für Kultur und Medien Michael Naumann entwarf Heinsohn 1999 ein Institut für Völkermordfrühwarnung (Genocide Watch). Naumann präsentierte das Konzept im Januar 2000 auf dem Stockholm International Forum on the Holocaust.[24] Nach Naumanns Ausscheiden aus dem Amt wurde die Initiative von der Bundesregierung allerdings nicht mehr lange verfolgt.

Neil J. Smelser und Paul B. Baltes luden Heinsohn ein, für die International Encyclopedia of the Social and Behavioral Sciences den Eintrag Genocide: Historical Aspects zu verfassen, der 2001 erschien.[25]

Vorschulerziehung

An der Freien Universität setzte sich Heinsohn in den 1970er Jahren für die Verwissenschaftlichung der frühkindlichen Erziehung durch ihre Verankerung in der Universität ein.[26] Seinen anfänglichen Optimismus, über frühkindliche Erziehung die Lebenslage ganzer Bevölkerungsgruppen verbessern zu können, formulierte er 1974 in seiner Studie Vorschulerziehung in der bürgerlichen Gesellschaft.[27] Doch eine Bestandsaufnahme der Sozialisationsforschung führte ihn zur Skepsis gegenüber der pädagogischen Potenz von Kinderkollektiven mit Erziehern, die seiner Auffassung nach ihre Kräfte für das eigene Familienleben schonen müssten.[28]

1979 wurde Heinsohn in den Beirat der neu gegründeten Zeitschrift Kindheit berufen. Dort publizierte er eine kurze "Weltgeschichte des Nachwuchses" unter dem Titel Das ‚a priori’ von Kindheit – Die Herbeiführung der Generationsbeziehungen von den Stammesgesellschaften bis zum Kibbutz.[29]

Bevölkerungspolitik

In Artikeln in der Zeit und der FAZ stellte Heinsohn in den 2000er Jahren die These auf, die „Bevölkerungsqualität“ in Deutschland nehme ab. Daher plädiert er für eine zeitliche Begrenzung der Sozialhilfe für alleinerziehende Mütter, diese Familienform sollte nicht weiter gefördert werde. Das Schulversagen der Kinder alleinerziehender Elternteile dürfe nicht durch Absenkung der schulischen Leistungsmaßstäbe kaschiert werden. Ebenso dürfe die überproportional hohe Kriminalität dieser Kinder nicht dem angeblichen Versagen der Gesellschaft angelastet werden, eine solche Begründung würde die Deliktzahl weiter steigern. Diese von ihm dargestellten Entwicklungen tragen nach Heinsohns Meinung dazu bei, „leistungsfähige Deutsche“ aus dem Land zu treiben und die gewünschten Immigranten der „jüngeren Elite“ aus dem „implodierenden Osteuropa“ abzuschrecken: „Warum sollte sie in ein bereits islamisch absinkendes Westeuropa streben?“[30]

Diese Thesen wurden unter anderem von Thilo Sarrazin in Deutschland schafft sich ab aufgegriffen.[31] Außerhalb rechtskonservativer Kreise, war das Echo negativ: So wurde sein „Ton“ von Hans Endl als „absolut menschenverachtend und biologistisch“ bewertet. Als Beispiel nannte er Heinsohns Behauptung, dass bildungsferne Mütter bildungsferne Kinder gebären würden, woran auch keine Schule etwas ändern könne. Mit seiner Diffamierung von Hartz-IV-Empfängerinnen durch die Aussage, dass die Sozialhilfe Karrieren nur für Mädchen eröffne, "die beizeiten schwanger werden, um selbst Ansprüche aufbauen zu können", mache Heinsohn die Hetze in der FAZ salonfähig.[32] Die Politologin Naika Foroutan warf Heinsohn einen „entwürdigenden Utilitarismus“ vor, aber auch demagogische Berechnungen, wie die der angeblichen Steigerung der Sozialhilfequote bei Türken in Deutschland um 5000 Prozent.[33]

Religionswissenschaft

1977 stellte Heinsohn die These auf, das universelle Tötungsverbot, wie es das monotheistische Judentum auf den Weg gebracht hatte, sei eine Kompromissbildung zwischen Anhängern und Verwerfern der blutopferbestimmten „Himmelskörperreligionen“ Vorderasiens der Bronzezeit. Ähnliche Thesen vertrat Immanuel Velikovskys 1978 in einem Artikel in der Zeitschrift Freibeuter.

1982 gründete er mit Christoph Marx die kurzlebige Gesellschaft zur Rekonstruktion der Menschheits- und Naturgeschichte.

Für Heinsohn eröffnete das Ende der Bronzezeitkatastrophen die Achsenzeit (Karl Jaspers) mit ihren geistesgeschichtlichen Umbrüchen und Neuerungen, zu denen auch der jüdische Monotheismus gehöre.[34] Außerdem legte er Analysen des Judenhasses vor.[35]

Historische Demographie und Hexenverfolgung

1979 legten Heinsohn, Steiger und Rolf Knieper eine Theorie zur demografischen Entwicklung in der Neuzeit vor, in der sie die europäische Bevölkerungsexplosion ab dem späten 15. Jahrhundert zu erklären suchten.[36] Die Konstanz der Bevölkerungszahlen im Mittelalter lag demnach nicht, wie die herrschende Meinung in der Demografie annimmt, in sehr hohen Geburten- und Sterbeziffern, sondern in bewusster Familienplanung der Frauen. Seit dem Spätmittelalter seien aber die bis dahin üblichen Methoden wie Empfängnisverhütung und Abtreibung kriminalisiert worden. Das gynäkologische Wissen über Geburtenkontrolle sei verloren gegangen. Dies sei durch die physische Vernichtung der Hebammen und anderen „weisen Frauen“ geschehen, die Heinsohn, Steiger und Knieper als Träger dieses Wissens annehmen: Eine zentrale Ursache der Hexenverfolgung im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit sei also die Absicht der Kirchen und der Territorialstaaten gewesen, die Bevölkerungszahl zu heben.[37] Zu diesen These legten Heinsohn und Steiger weitere Veröffentlichungen vor.[38] Die Vernichtung der weisen Frauen wurde ein Bestseller, Im Spiegel erschien eine Titelgeschichte darüber,[39] Heinsohns Grundnahmen stoßen im breiten Publikum bis heute auf Interesse.[40]

In der Fachwissenschaft stieß die These einhellig auf Ablehnung.[41] Einzig der amerikanische Medizinhistoriker John M. Riddle schloss sich im Anhang der Ausgabe von 2005 Heinsohns Thesen an. Eingewandt wurde unter anderem, dass in den zahlreichen Quellen zu den Hexenprozessen von Geburtenkontrolle kaum die Rede ist – Heinsohn und Steiger stützten ihre These einzig auf Quellen wie den Hexenhammer, mit dem die Verfolgung legitimiert wurde. Die Akten der einzelnen Prozesse ließen sie unberücksichtigt. Auch ihre demografische Grundannahme sei irrig: Spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts hätten die europäischen Gesellschaften nicht an Menschenmangel, sondern an Überbevölkerung gelitten.[42] Die Annahme einer Zentralsteuerung der Hexenverfolgung werde dem komplexen und diskontinuierlichen Geschehen nicht gerecht, in dem eben nicht nur Obrigkeit und Kirche Akteure waren, sondern auch die Bevölkerung. Insofern sei Heinsohns These eine Verschwörungstheorie.[43] Der Historiker Gerd Schwerhoff forderte Heinsohn und Steiger zu einer öffentlichen Debatte mit Fachwissenschaftlern auf. Sie stellten sich dieser Herausforderung jedoch nicht.[44]

Kriegsdemographie

2003 stellte Heinsohn die These auf, dass es bei einem starken Ungleichgewicht zwischen karrieresuchenden jungen Männern und verfügbaren gesellschaftlichen Positionen, dem so genannten Youth Bulge (Jugendüberschuss), notwendig zu Konflikten komme. Vor allem für den arabischen Raum umriss er gefährliche Potentiale.[45] Um die Thesen des Buches entstand eine ausgedehnte Debatte. Der Demograph Steffen Kröhnert monierte, dass sich Heinsohn nur auf einige plausible Beispiele stütze statt auf breite statistische Empirie. Angesichts der Zunahme der Weltbevölkerung hätte es, würde Heinsohns These zutreffen, in den Jahren von 1950 bis 2000 eine überproportionale Zunahme an militärischen Konflikten geben müssen. Tatsächlich sei ihre Zahl in den 1990er Jahren aber zurückgegangen. Kröhnert konzediert, dass ein Youth Bulge durchaus ein Stressfaktor sein könne, der zur Verursachung von Kriegen beitrage, doch lasse sich nicht sagen, ob er nicht nur „Ausdruck des gesellschaftlichen Entwicklungsstandes ist, welcher Kriege begünstigt“. Wichtiger seien die Faktoren Bildungsmangel und die überlange Herrschaft verkrusteter Diktaturen sowie die „Entstaatlichung von Kriegen“ (Herfried Münkler).[46] Auch Reiner Klingholz kritisierte in der Zeit die fehlende statistische Grundlage für Heinsohns Theorie. Außerdem verwies er auf Länder wie Brasilien oder Botswana, die einen Youth Bulge aufwiesen, von denen aber keine Kriegsgefahr ausgehe. Heinsohns Thesen und seine martialische Sprache stünden „dem Stammtisch näher ... als der Wissenschaft“.[47] Soziologen um Uwe Wagschal schlossen sich dagegen Heinsohns Thesen mit eigenen Untersuchungen an.[48] Der Philosoph Peter Sloterdijk nannte Heinsohns Buch „Pflichtlektüre für Politiker und Feuilletonisten“.[49]

Für die Abschätzung von Opferzahlen und die Dauer von nach Heinsohn durch „Jungmännerüberschuss“ getriebenen Konflikten entwickelte er 2011 einen „Kriegsindex“.[50][51][52][53] Der Ökonom Mohssen Massarrat bemängelte 2007 in der Frankfurter Rundschau, dass etwa die Bevölkerungsentwicklung in Bangladesch, China und Brasilien zu Heinsohns Theorie nicht passe. Darüber hinaus bezeichnete er dessen Postulat, dass internationale Hilfsorganisationen aufhören müssten, durch ihren Einsatz die „Kinderproduktion“ in Krisengebieten und Entwicklungsländern zu fördern, als „zynisch“.[54]

Chronologiekritik

Heinsohn vertritt seit 1987 chronologiekritische Thesen. Bis 2011 arbeitete er in der Redaktion von Heribert Illigs Zeitschrift Zeitensprünge mit. Aufgrund stratigraphischer Analysen, denen er gegenüber anderen chronologischen Methoden den Vorzug gibt, bestreitet er unter anderem die Existenz der Sumerer, die nach herrschender Lehre der Altorientalistik im 3. Jahrtausend in Mesopotamien lebten. Heinsohn glaubt, dass es sich bei ihnen in Wahrheit um Chaldäer handelt, eine Kultur des 1. Jahrtausends v. Chr.[55]

Auch nimmt Heinsohn an, dass die etablierte ägyptische Chronologie zwei Jahrtausende zu viel umfasse und die ersten Pharaonen somit nicht um 3200 v. Chr., sondern um 1200 v. Chr. zu datieren seien.[56] Die Hyksos identifiziert er mit den Alt-Akkadern, die gemeinhin 600 Jahre vor jenen datiert werden.[57]

Gegen Israel Finkelstein und Neil A. Silberman, die die Existenz eines Davidisch-salomonischen Großreichs um das Jahr 1000 v. Chr. herum bestreiten und die Existenz König Davids in Zweifel ziehen, beharrt Heinsohn auf dessen Historizität, verlegt ihn aber in das 7. und 6. Jahrhundert v. Chr.[58]

Heinsohns chronologiekritische Thesen werden in den Altertumswissenschaften nicht rezipiert.

Ehrungen und Auszeichnungen

Die 2010 von Margaret Thatcher initiierte Stiftung New Direction: The Foundation for European Reform verlieh am 15. Juni 2016 in der Brüsseler Fondation Universitaire Heinsohn den „Liberty Award“ für seine „contribution to an open-minded and honest political debate“.[59] Dabei standen neben seinen Verdiensten um Demokratie und Ökonomie auch seine Verdienste um das deutsch-polnische Verhältnis im Mittelpunkt.[60]

Veröffentlichungen

Werke (Auswahl)

  • Vorschulerziehung und Kapitalismus. Eine soziologische Untersuchung der Ursachen, systemverändernden Möglichkeiten und Verwirklichungsschwierigkeiten von Reformbestrebungen in der Vorschulerziehung des kapitalistischen Deutschland, Frankfurt am Main 1971.
  • mit Barbara M. C. Knieper: Theorie des Kindergartens und der Spielpädagogik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975 (es 809). ISBN 3-518-00809-9.
  • mit Rolf KnieperTheorie des Familienrechts. Geschlechtsrollenaufhebung, Kindesvernachlässigung, Geburtenrückgang. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976 (edition suhrkamp 747). ISBN 3-518-00747-5.
  • mit Rolf Knieper und Otto Steiger: Menschenproduktion. Allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979. ISBN 3-518-10914-6.
  • als Herausgeber: Das Kibbutz-Modell. Bestandsaufnahme einer alternativen Wirtschafts- und Lebensform nach sieben Jahrzehnten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 (es 998). ISBN 3-518-10998-7.
  • Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft, sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 455). ISBN 3-518-28055-4.
  • mit Otto Steiger: Die Vernichtung der weisen Frauen. Beiträge zur Theorie und Geschichte von Bevölkerung und Kindheit. März, Herbstein 1985. ISBN 3-88880-057-9 (14. Auflage, mit einem ausführlichen, aktualisierten Nachwort zur vierten, erweiterten Neuausgabe: März—Area, Erftstadt 2005. ISBN 3-89996-340-7.)
  • Was ist Antisemitismus? Der Ursprung von Monotheismus und Judenhaß. Eichborn, Frankfurt am Main, 1988. ISBN 3-8218-0418-1.
  • Die Sumerer gab es nicht. Von den Phantom-Imperien der Lehrbücher zur wirklichen Epochenabfolge in der „Zivilisationswiege“ Südmesopotamien; Darstellung der Probleme und Vorschläge für ihre Lösung in einem chronologischen Überblick. Eichborn, Frankfurt am Main 1988. ISBN 3-8218-0411-4.
  • mit Heribert Illig: Wann lebten die Pharaonen? Archäologische und technologische Grundlagen für eine Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt. Eichborn, Frankfurt am Main, 1990. ISBN 3-8218-0422-X. (Dritte, korrigierte Auflage: Mantis, Gräfelfing 1999. ISBN 3-928852-20-5.)
  • Wie alt ist das Menschengeschlecht? Stratigraphische Grundlegung der Paläoanthropologie und der Vorzeit. Mantis, Gräfelfing, 1991. ISBN 3-928852-25-6. (Vierte, korrigierte Auflage: Mantis, Gräfelfing 2004, 6. Auflage 2009. ISBN 3-928852-25-6.)
  • Wer herrschte im Industal? Die wiedergefundenen Imperien der Meder und Perser. Mantis, Gräfelfing, 1993. ISBN 3-928852-07-8 (2. Aufl. 1997).
  • Warum Auschwitz? Hitlers Plan und die Ratlosigkeit der Nachwelt. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1995. ISBN 3-499-13626-0.
  • Eigentum, Zins und Geld. Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996. ISBN 3-89518-494-2. (Siebente Auflage: Metropolis, Marburg 2010. ISBN 978-3-89518-844-2.)[61]
  • Anfang und Ende des Klimawahns. Management Zentrum St. Gallen, St. Gallen 1996, zweite erweiterte Ausgabe 1997, sowie auch in: Leviathan 4 (1996) 445–455.
  • Die Erschaffung der Götter. Das Opfer als Ursprung der Religion. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1997. ISBN 3-498-02937-1, 2.,überarbeitete Auflage, 2012.
  • Lexikon der Völkermorde. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1998. ISBN 3-499-22338-4.
  • Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen. Orell Füssli, Zürich 2003. ISBN 3-280-06008-7. (Zweite, erweiterte Auflage 2006; als Taschenbuch bei Piper, München–Zürich 2008. ISBN 978-3-492-25124-2, online, PDF, 3,6 MB)
  • mit Otto Steiger: Eigentumsökonomik. Metropolis, Marburg 2006. ISBN 3-89518-534-5, zweite, durchgesehene Auflage 2008.
  • mit Otto Steiger, hgg. v. Frank Decker: Ownership Economics. On the Foundations of Interest, Money, Markets, Business Cycles and Economic Development. Routledge, New York 2012.[62] ISBN 978-0-415-64546-1.
  • Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen, Orell Füssli, Zürich 2019. ISBN 978-3280057070

Medienbeiträge

Literatur

  • Florin Diacu: The lost millennium. History’s timetables under siege, Alfred A. Knopf Canada, Toronto 2005, ISBN 0-676-97657-3 (Zweite Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 2011, ISBN 978-1-4214-0287-1).
  • Jan Beaufort, Frank Decker (Hrsg.): „Eigentum, Zins und Geld“ nach 20 Jahren. Festschrift für Gunnar Heinsohn, Metropolis, Marburg 2016, ISBN 978-3-7316-1228-5.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Eintrag Heinrich Heinsohn auf: Deutsche U-Boote 1935–1945 (ubootarchiv.de).
  2. Jürgen Plieninger: Rezension zum Lexikon der Völkermorde, in: Informationsmittel für Bibliotheken 7 (1999).
  3. Profil und Beitragsliste von Gunnar Heinsohn bei der Achse des Guten.
  4. Nr. 35, 4. Quartal 1997.
  5. Dietmar Herz und Veronika Weinberger: Lexikon ökonomischer Werke, Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 2006, S. 186–190.
  6. Heinsohn und Steiger: Eigentum, Zins und Geld, S. 247 und 441;. Dietmar Herz und Veronika Weinberger: Lexikon ökonomischer Werke, Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 2006, S. 186–190
  7. Bernd Senf:Die kopernikanische Wende in der Ökonomie? Eine Würdigung und Kritik des Buches „Eigentum, Zins und Geld“ von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger. in: Zeitschrift für Sozialökonomie (1999) hier online von der Homepage Bernd Senfs, S. 16.
  8. Christoph Deutschmann: Der Euro und die Utopie des Geldes: Ein Kommentar zu Gunnar Heinsohn / Otto Steiger und Jochen Hörisch (in Heft 4/1997). In: Leviathan 26, Heft 1 (1998), S. 5–11, hier S. 5 f.
  9. Jürgen G. Backhaus: Money and Its Economic and Social Functions: Simmel and European Monetary Integration. In: The American Journal of Economics and Sociology 58, Heft 4 (1999), S. 1075–1090, hier S. 1079 f.
  10. Nikolaus K. A. Läufer: The Heinsohn-Steiger confusion on interest, money and property (PDF), 26. Juni 1998.
  11. Karl Betz, Tobias Roy (Hrsg.): Privateigentum und Geld. Kontroversen um den Ansatz von Heinsohn und Steiger, Metropolis, Marburg 1999.
  12. Bargeldentwicklung und Bargeldnachfrage (PDF) (Memento des Originals vom 24. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesbank.de, hrsg. von der Deutschen Bundesbank.
  13. Axel Paul: Die Gesellschaft des Geldes. Entwurf einer monetären Theorie der Moderne, Springer-Verlag, zweite erweiterte Auflage 2012, insbes. S. 164ff.
  14. Gunnar Heinsohn & Otto Steiger, The Paradigm of Property, Interest and Money and its Application to European Economic Problems.
  15. David Graeber: Debt. The First 5,000 Years, Melville House, New York, S. 396, auf Deutsch: Schulden. Die ersten 5000 Jahre, Klett-Cotta, Stuttgart 2012.
  16. Felix Martin: Money. The Unauthorised Biography, Bodley Head, London 2013.
  17. Fredmund Malik: Eigentumsökonomische Unternehmensführung, in: Jan Beaufort, Frank Decker (Hrsg.): „Eigentum, Zins und Geld“ nach 20 Jahren: Festschrift für Gunnar Heinsohn, Metropolis, Marburg 2016, 199-225, hier S. 200 und 223.
  18. Siehe Gunnar Heinsohn, Otto Steiger: The Euro Debate: A Weak Bank Means a Weak Euro, in: The Wall Street Journal Europe, 1. Juli 1997; dies.: Drei Achillesfersen des Euro: Mängel der neuen monetären Ordnung n Europa, in: Neue Zürcher Zeitung Nr. 50, 2. März 1999; dies.: The Eurosystem and the Art of Central Banking, in: Studi economici 76 (2002) 5–30.
  19. Gunnar Heinsohn: Was kosten Hitlers Arbeitssklaven heute?, in: Die Zeit, 31. Oktober 1997, und ders.: Ein Gerechter? Was Stuart Eizenstat in seinem Buch über die jüdischen Zwangsarbeiter alles verschweigt, in: Literarische Welt (Beilage für Die Welt), 14. Juni 2003, S. 5.
  20. Hitlers Holocaust-Motiv, in: Wolfgang Bialas, Lothar Fritze (Hrsg.): Ideologie und Moral des Nationalsozialismus, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, S. 109–128.
  21. Lothar Fritze: Moralische Rechtfertigung und außermoralische Überzeugungen: Sind „totalitäre Verbrechen“ nur in einer säkularen Welt möglich? In: Leviathan 37, Heft 1 (2009), S. 5–33, hier S. 12 f.
  22. Gunnar Heinsohn: What Makes the Holocaust a Uniquely Unique Genocide? (PDF), in: Journal of Genocide Research 2,3 (2000) 411–430.
  23. Saul S. Friedman: Conclusion, in: Jonathan C. Friedman (Hrsg.): The Routledge History of the Holocaust, Routledge, London–New York 2010, S. 507–510, hier: S. 509.
  24. Vortrag Naumanns beim Stockholm International Forum.
  25. Gunnar Heinsohn: Genocide: Historical Aspects, in: International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences, Elsevier Science, Amsterdam et al. 2001, S. 6153–6159.
  26. Siehe dazu seine Studie Vorschulerziehung – Soziologische Studie zum Aufbau einer ‚Zentraleinrichtung Vorschulerziehung’, bei: Pressedienst Wissenschaft der FU Berlin, Nr. 2, 1972, die er zusammen mit Jens Beiderwieden verfasste.
  27. Gunnar Heinsohn: Vorschulerziehung in der bürgerlichen Gesellschaft, S. Fischer, Frankfurt 1974.
  28. Siehe dazu Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper: Kleinkinderziehung als Lohnarbeit, in: Elke Finkbeiner, Marei Hartlaub, Gabriele Kallmeyer (Hrsg.): Lesebuch für Erzieher, Bd. 1, Lexika Verlag, Grafenau 1975, S. 171–175, sowie Gunnar Heinsohn, Barbara M. C. Knieper: Theorie des Kindergartens und der Spielpädagogik, Suhrkamp, Frankfurt 1975.
  29. Gunnar Heinsohn: Das ‚a priori’ von Kindheit – Die Herbeiführung der Generationsbeziehungen von den Stammesgesellschaften bis zum Kibbutz, in: Kindheit. Zeitschrift zur Erforschung der psychischen Entwicklung 2,4 (1980) 301–323.
  30. Gunnar Heinsohn: Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen. zeit.de, 6. Februar 2008; derselbe: Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen. faz.net, 15. März 2010; beides zitiert nach Andreas Kemper: Sarrazins deutschsprachige Quellen. In: Michael Haller, Martin Niggeschmidt (Hrsg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz: Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 62 f.
  31. Andreas Kemper: Sarrazins deutschsprachige Quellen. In: Michael Haller, Martin Niggeschmidt (Hrsg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz: Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 62 f.
  32. Benno Schirrmeister: Steile Thesen gegen Arbeitslose. "Hetze ist salonfähig geworden", in: Die Tageszeitung, 6. April 2010.
  33. Naika Fouroutan: Die Berechnungen sind demagogisch, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. September 2010.
  34. Siehe Gunnar Heinsohn: Theorie des Tötungsverbotes und des Monotheismus bei den Israeliten sowie der Genese, der Durchsetzung und der welthistorischen Rolle der christlichen Familien- und Fortpflanzungsmoral. In: Joachim Müller, Bettina Wassmann (Hrsg.): L’invitation au voyage zu Alfred Sohn-Rethel (Festschrift für Alfred Sohn-Rethel zum 80. Geburtstag), Unibuchladen Wassmann, Bremen 1979, Heft Nr. 7; Gunnar Heinsohn: Monotheismus und Antisemitismus – auf immer unerklärbar? in: Rainer Erb, Michael Schmidt (Hrsg.): Antisemitismus und jüdische Geschichte. Studien zu Ehren von Herbert A. Strauss, Wissenschaftlicher Autorenverlag, Berlin 1987, S. 409–447.
  35. Zuletzt Der Judenhass in den Vereinten Nationen ist maßlos, in: WeltN24, 23. September 2016.
  36. Gunnar Heinsohn, Rolf Knieper, Otto Steiger: Menschenproduktion. Allgemeine Bevölkerungstheorie der Neuzeit. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979.
  37. Thomas Betz, in Dietmar Herz und Veronika Weinberger (Hrsg.): Lexikon ökonomischer Werke. Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 2006, S. (online, Zugriff am 12. September 2020); John M. Riddle: Eve's Herbs. A History of Contraception and Abortion in the West. Harvard University Press, Cambridge/London 1997, S. 168.
  38. Gunnar Heinsohn und Otto Steiger: Die Vernichtung der weisen Frauen. Beiträge zur Theorie und Geschichte von Bevölkerung und Kindheit. März, Herbstein 1985; dieselben: Birth Control. The Political-Economic Rationale behind Jean Bodin's Démonomanie. In: History of Political Economy 31, Heft 3 (1999) S. 423–448.
  39. Walter Rummel: „Weise“ Frauen und „weise“ Männer im Kampf gegen Hexerei: Die Widerlegung einer modernen Fabel. In: Christoph Dipper, Lutz Klinkhammer, Alexander Nützenadel (Hrsg.): Europäische Sozialgeschichte. Festschrift für Wolfgang Schieder, Duncker & Humblot, Berlin 2000, S. 353–375, hier S. 356.
  40. Johannes Dillinger: Hexen und Magie. 2., aktualisierte Auflage, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018, S. 120.
  41. Wolfgang Behringer: Die Drohung des Schadenszaubers. Von den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Eine Antwort auf Heinsohn und Steiger, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Oktober 1987; Gerd Schwerhoff: Hexerei, Geschlecht und Regionalgeschichte, in: Gisela Wilbertz, Gerd Schwerhoff, Jürgen Scheffler (Hrsg.): Hexenverfolgung und Regionalgeschichte. Die Grafschaft Lippe im Vergleich, Bielefeld 1994, S. 325–353, hier S. 336–338; Gerhard Schormann, in: Der Staat 25 (1986) 635 f; Walter Rummel: „Weise“ Frauen und „weise“ Männer im Kampf gegen Hexerei: Die Widerlegung einer modernen Fabel. In: Christoph Dipper, Lutz Klinkhammer, Alexander Nützenadel (Hrsg.): Europäische Sozialgeschichte. Festschrift für Wolfgang Schieder. Duncker & Humblot, Berlin 2000, S. 353–375; Franz Irsigler et al.: Hexenwahn. Ängste der Neuzeit, Begleitband zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin, Wolfratshausen 2002, S. 13; Robert Jütte: Die Persistenz des Verhütungswissens in der Volkskultur. Sozial- und medizinhistorische Anmerkungen zur These von der 'Vernichtung der weisen Frauen' , in: Medizinhistorisches Journal 24 (1989) 214–231; Rita Voltmer: Netzwerk, Denkkollektiv oder Dschungel? Moderne Hexenforschung zwischen „global history“ und Regionalgeschichte, Populärhistorie und Grundlagenforschung. In: Zeitschrift für Historische Forschung 34, Heft 3 (2007), S. 467–507, hier S. 474 ff.; Johannes Dillinger: Hexen und Magie. 2., aktualisierte Auflage, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018, S. 119 f.
  42. Walter Rummel: „Weise“ Frauen und „weise“ Männer im Kampf gegen Hexerei: Die Widerlegung einer modernen Fabel. In: Christoph Dipper, Lutz Klinkhammer, Alexander Nützenadel (Hrsg.): Europäische Sozialgeschichte. Festschrift für Wolfgang Schieder. Duncker & Humblot, Berlin 2000, S. 353–375, hier S. 357 ff.
  43. Walter Rummel: „Weise“ Frauen und „weise“ Männer im Kampf gegen Hexerei: Die Widerlegung einer modernen Fabel. In: Christoph Dipper, Lutz Klinkhammer, Alexander Nützenadel (Hrsg.): Europäische Sozialgeschichte. Festschrift für Wolfgang Schieder. Duncker & Humblot, Berlin 2000, S. 353–375, hier S. 353; ähnlich Walter Rummel: „Weise“ Frauen und „weise“ Männer im Kampf gegen Hexerei: Die Widerlegung einer modernen Fabel. In: Christoph Dipper, Lutz Klinkhammer, Alexander Nützenadel (Hrsg.): Europäische Sozialgeschichte. Festschrift für Wolfgang Schieder. Duncker & Humblot, Berlin 2000, S. 353–375, hier S. 474.
  44. Johannes Dillinger: Hexen und Magie. 2., aktualisierte Auflage, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018, S. 120.
  45. Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orell und Füssli, Zürich 2003, S. 32, 42, 125, 148, 157.
  46. Steffen Kröhnert: Jugend und Kriegsgefahr. Welchen Einfluss haben demografische Veränderungen auf die Entstehung von Konflikten? Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Open access Onlinetext, Zugriff am 2. Oktober 2020.
  47. Reiner Klingholz: Machen junge Männer Krieg?, in: Die Zeit, 26. Februar 2004.
  48. Uwe Wagschal, Thomas Metz, Nicolas Schwank: Ein ‚demographischer Frieden?‘ Der Einfluss von Bevölkerungsfaktoren auf inner- und zwischenstaatliche Konflikte. In: Zeitschrift für Politikwissenschaft 18, Heft 3 (2008), S. 353–383.
  49. Peter Sloterdijk, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 1. August 2006.
  50. Gunnar Heinsohn: Außenseiter, Blitzableiter. Demografie: Warum sich die Aufstände in Arabien häufig gegen Israel richten, in: Jüdische Allgemeine, 24. Februar 2011.
  51. Interview mit Gunnar Heinsohn beim rbb, September 2015.
  52. Interview: Ijoma Mangold und Adam Soboczynski: Bevölkerungsentwicklung:Wohin mit den jungen Männern? In: Interview mit Gunnar Heinsohn. Zeit online, 21. November 2015, abgerufen am 21. November 2015.
  53. Gunnar Heinsohn: Gesellschaftliche Kriegstheorien: Demografische Faktoren, in: Thomas Jäger, Rasmus Beckmann (Hrsg.): Handbuch Kriegstheorien, VS Verlag / Springer Fachmedien, Wiesbaden 2011, S. 72–95.
  54. Mohssen Massarrat: Schuld an Kriegen sind die Mütter, in: Frankfurter Rundschau, 31. Januar 2007.
  55. Gunnar Heinsohn: Von den Phantom-Imperien der Lehrbücher zur wirklichen Epochenabfolge in der „Zivilisationswiege“ Südmesopotamien. Mantis, Gräfelfing 1988.
  56. Gunnar Heinsohn und Heribert Illig: Wann lebten die Pharaonen? Archäologische und technologische Grundlagen für die Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt. Mantis, Gräfelfing 1990.
  57. Gunnar Heinsohn: Who were the Hyksos? Can Archaeology and Stratigraphy Provide a Solution to the ‘Enigma of World History?’. In: S. Curto, S. Donadoni, A. M. Donadoni Roveri, B. Alberton (Hrsg.): Sesto Congresso Internazionale di Egittologia. Atti., Bd. II, Turin, 1993, S. 207–219 (online).
  58. Gunnar Heinsohn: Der König-David-Bericht. In: Die Welt, 23. Dezember 2006, Zugriff am 13. September 2020; derselbe: Kein König David?. In: Zeitensprünge. Interdisziplinäres Bulletin 18, Heft 3, (2006), S. 551–559.
  59. Liberty Award New Direction for Achievements in liberal democracy and market economics.
  60. New Direction presents the Liberty Award to Gunnar Heinsohn for excellent work in furthering Polish-German relations, EU Agenda, o. D. und Prof. Heinsohn laureatem Nagrody Wolności, Pomorza Czas, 21. Juni 2016.
  61. Rezension von Ulrich Busch.
  62. William J. Luther: Book Review: G. Heinsohn and O. Steiger's 'Ownership Economics: On the Foundations of Interest, Money, Markets, Business Cycles and Economic Development, F. Decker (Ed) (October 9, 2013) (Rezension), doi:10.2139/ssrn.2338198.
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